2015-2016 A4: Stuttgarter Philharmoniker 26.11.2015

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 Donnerstag, 26. November 2015, 20 Uhr

Stadthalle Bayreuth, Großes Haus

 

Stuttgarter Philharmoniker

 

Dirigent: Dan Ettinger

Solist: Ivo Pogorelich, Klavier

 

Robert Schumann: Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 54

Franz Schubert: Symphonie Nr. 8 C-Dur D 944

 

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Biografie: Stuttgarter Philharmoniker:

  Die Stuttgarter Philharmoniker wurden im September 1924 gegründet. Ein rascher künstlerischer Aufstieg ermöglichte bald das Engagement großer Dirigenten und Solisten wie Leo Blech, Carl Flesch, Hans Knappertsbusch, Hermann Abendroth, Fritz Kreisler, Carl Schuricht oder Felix Weingartner, ehe es 1933 zur Teilung des Orchesters kam. Die jüdischen und der größte Teil der ausländischen Musiker wurden entlassen. Ein Teil der Musiker kam zum Orchester des „Reichssenders Stuttgart“. Ein weiterer Teil arbeitete als „Landesorchester Gau Württemberg-Hohenzollern“ weiter.

Nach Kriegsende fanden sich hauptsächlich Mitglieder des ehemaligen Landesorchesters unter dem Namen „Stuttgarter Philharmoniker“ wieder zusammen. Hermann Hildebrandt, Willem van Hoogstraten, Hans Hörner, Antonio de Almeida und Alexander Paulmüller waren die Chefdirigenten von 1949 bis 1972. Unter Hans Zanotelli, künstlerischer Leiter von 1972 bis 1985, entwickelten sich die Philharmoniker zu einem leistungsfähigen und renommierten Klangkörper. Folgerichtig war daher, dass im Jahre 1976 die Baden-Württembergische Landeshauptstadt Stuttgart das Orchester in ihre Trägerschaft übernahm. Mit Wolf-Dieter Hauschild, Chefdirigent von 1985 bis 1991, gewannen die Philharmoniker im In- und Ausland hohe Anerkennung. Carlos Kalmar (1991 bis 1995) und Jörg-Peter Weigle (1995 – 2002) setzten die Tradition ihrer Vorgänger fort. Von 2004 bis 2013 war Gabriel Feltz Chefdirigent der Stuttgarter Philharmoniker und Generalmusikdirektor der Landeshauptstadt Stuttgart.

Im Herbst 2015 wird Dan Ettinger seine Nachfolge antreten.

Walter Weller, der dem Orchester seit Jahren eng verbunden ist, wurde im Oktober 2003 zum Ehrendirigenten ernannt.

Designierter Chefdirigent und Generalmusikdirektor ab Herbst 2015 ist Dan Ettinger.

Für Management und Geschäftsführung zeichnet seit September 2001 Dr. Michael Stille als Intendant verantwortlich.

Neben den vielfältigen Aufgaben in mehreren Konzertreihen in seiner Heimatstadt spielt das Orchester regelmäßig in vielen Städten des südwestdeutschen Raumes und gibt jedes Jahr Gastspiele im In- und Ausland.

Eine lange Tradition hat das musikpädagogische Engagement des Orchesters.

Im Februar 2007 erhielten Gabriel Feltz und die Stuttgarter Philharmoniker aus der Hand von Alexandre Rachmaninoff, dem Enkel des Komponisten, den erstmals vergebenen „Prix Rachmaninoff 2006“. In der Spielzeit 2005/2006 hatten sie als erstes deutsches Orchester einen Zyklus mit allen Sinfonien, den Klavierkonzerten und weiteren Orchesterwerken Rachmaninoffs aufgeführt. 

Die künstlerische Arbeit des Orchesters ist durch Schallplatten-, Rundfunk- und CD-Aufnahmen dokumentiert. Zuletzt erschienen Aufnahmen von Sergej Rachmaninoffs „Der Fels“ und „Die Toteninsel“ und Alexander Skrjabins „Prométhée“ sowie der 1., und 3. bis 7. Sinfonie von Gustav Mahler und die DVDs „Maurice Ravel: La Valse, Beschäftigung mit einem Walzer“ sowie „Ottorino Respighi: Belkis, Königin von Saba“ mit der Erstaufnahme dieser Ballettmusik, alle unter Leitung von Gabriel Feltz. Zuletzt erschien eine CD mit Beethovens Sinfonien Nr. 3 und 5 unter Feltz‘ Leitung.

 

Biografie: Dan Ettinger

Ettinger Stuttgarter Philarmoniker

Der 1971 in Israel geborene Dan Ettinger zählt zu den gefragtesten und talentiertesten Dirigenten der jüngeren Generation. Seit Beginn der Spielzeit 2009/2010 ist er Generalmusikdirektor des Nationaltheater Mannheim und seit April 2010 Chief Conductor des Tokyo Philharmonic Orchestra. Zusätzlich ist er seit September 2005 Music Director und Principal Conductor des Israel Symphony Orchestra. Zur Spielzeit 2015/2016 wird er Chefdirigent der Stuttgarter Philharmoniker und Generalmusikdirektor der Landeshauptstadt Stuttgart.

Dan Ettinger entdeckte bereits in frühester Kindheit seine Liebe zur klassischen Musik und begann im Alter von fünf Jahren sich dem Klavierspiel zu widmen. Im Rahmen seiner Ausbildung an der „Thelma Yellin High School of the Arts“ begann er auch Kontrabass zu spielen und erhielt ersten Gesangsunterricht. Direkt nach seinem Abitur fing er an der „Rubin Academy of Music“ der Universität Tel Aviv an Gesang zu studieren. Er war Stipendiat der „America Israel Cultural Foundation (AICF)“ und des „Israel Vocal Arts Institute (IVAI)“.

Während seines Gesangsstudiums trat der junge lyrische Bariton bereits als Konzertsänger in Erscheinung und als Gewinner des „Francois Shapira“-Wettbewerbes debütierte er im April 1993 mit Gustav Mahlers „Lieder eines fahrenden Gesellen“, begleitet durch das Israel Philharmonic Orchestra. Im Verlauf seiner Sängerkarriere in seinem Heimatland verkörperte er die wichtigsten Partien seines Faches, wie Don Giovanni, Figaro in „Il Barbiere di Siviglia“, Conte Almaviva in „Le nozze di Figaro“, Papageno in „Die Zauberflöte“, Lescaut in „Manon“, die Titelrolle in „Werther“, Demetrius in „A Midsummer Night's Dream“ und Dancairo in „Carmen“.

Neben dem Gesang blieb Dan Ettinger dem Klavierspielen stets treu verbunden, so war er als Repetitor Fakultätsmitglied der „Rubin Academy of Music“ der Universität Tel Aviv und der „Academy of Music and Dance“ Jerusalem. Der Erfolg des jungen Künstlers wirkte inspirierend und nahm entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung einer neuen jungen Sängergeneration in Israel.

Dan Ettingers enormer Vielseitigkeit und autodidaktischen Fähigkeiten ist es zu verdanken, dass er sich, inspiriert vor allem durch Künstler wie Daniel Barenboim, Sergiu Celibidache und Herbert von Karajan, dem Dirigieren zuwandt. Die erste Gelegenheit bot sich durch ein Engagement als Kapellmeister und Chordirektor an der Israeli Opera in Tel Aviv, wo er im Jahr 1999 mit „Don Pasquale“ debütierte. In den folgenden Jahren dirigierte er dort weiterhin „Aida“, „La belle Hélène“, „Carmen“, „Cosi fan tutte“, „Don Giovanni“, „Evgeny Onegin“, „L'Italiana in Algeri“, „Madama Butterfly“, „Nabucco“, „Norma“, „La Traviata“ und „Die Zauberflöte“.

Seit Beginn seiner Dirigentenlaufbahn ist Dan Ettinger auch ein sehr gefragter Konzertdirigent. So brachte er im Winter 2001 mit dem Jerusalem Symphony Orchestra Rossinis „Petite Messe Solennelle“ und Verdis „Messa di Requiem“ beim Liturgica Festival zur Aufführung.

Von 2002 bis 2003 war er erster Gastdirigent des Jerusalem Symphony Orchestra und erhielt somit die Möglichkeit große Orchesterwerke, wie Berlioz' „Symphonie fantastique“, Mahlers 4. Sinfonie und Mozarts Requiem, zu dirigieren. Weiterhin debütierte er mit dem Israel Symphony Orchestra und dem Israel Philharmonic Orchestra. 2003 wurde er Chosen Artist der Israel Cultural Excellence Foundation, Classical Music.

Im Jahr 2003 folgte Dan Ettinger dem Ruf von Generalmusikdirektor Daniel Barenboim an die Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Als Kapellmeister und Assistent des Generalmusikdirektors war er dem Haus bis 2009 verbunden und erweiterte hier sein Repertoire um bedeutende Werke der Opernliteratur wie „La Bohème“, „Carmen“, „Cosi fan tutte“, „Don Giovanni“, „L'Elisir d'Amore“, „Falstaff“, „Macbeth“, „Madama Butterfly“, „Le nozze di Figaro“, „Tannhäuser“, „Tosca“, „La Traviata“, „Turandot“ und „Die Zauberflöte“.

Neben seinen vielfältigen Aufgaben an der Staatsoper Unter den Linden debütierte er in den Jahren 2004 und 2005 an der Bayerischen Staatsoper München mit „Le nozze di Figaro“ und an der Hamburgischen Staatsoper mit „Rigoletto“. Stationen seiner internationalen Karriere waren in der Spielzeit 2004/2005 sein erfolgreiches USA Debüt mit „Aida“ an der Los Angeles Opera und in der darauffolgenden Spielzeit das Dirigat von Robert Wilsons „Madama Butterfly“. Im Jahr 2007 stand er erstmals am Dirigentenpult der Wiener Staatsoper bei einer Produktion von „L'Elisir d'Amore“. Auf Einladung von Placido Domingo kehrte er in die USA zurück und dirigierte Martha Domingos „La Traviata“ an der Washington National Opera. Mit „Turandot“ erfolgte im Frühjahr 2009 sein Debüt am Opernhaus Zürich.

Auch in Japan feiert Dan Ettinger große Erfolge. Seit seinem Debüt im Jahr 2004 mit „Falstaff“, in der Regie von Jonathan Miller, ist er gerngesehener Gast am New National Theatre Tokyo und dem Tokyo Philharmonic Orchestra. Es folgten weiterhin „Cosi fan tutte“, „Der Freischütz“ und „Idomeneo“. Zu den Höhenpunkten seiner Dirigate am New National Theatre Tokyo zählen „Das Rheingold“ und „Die Walküre“ im Frühjahr 2009 und die Fortsetzung von Keith Warners „Tokio Ring“ mit „Siegfried“ und „Die Götterdämmerung“ im Frühjahr 2010. Aufgrund dieser intensiven und vertrauten Zusammenarbeit mit dem Tokyo Philharmonic Orchestra wurde ihm im April 2010 als Chefdirigent die Leitung übertragen, so dass er die seit 2006 bestehende gemeinsame Konzerttätigkeit kontinuierlich erweitern kann.

Eine bedeutende Entwicklung für Dan Ettingers Karriere war die Ernennung zum Generalmusikdirektor des Nationaltheaters Mannheim zur Spielzeit 2009/2010. In dieser Position dirigierte er seither die Premieren von „Carmen“, „Turandot“, „Evgeny Onegin“, „Lohengrin“ und „Die Zauberflöte“ und avancierte in kürzester Zeit zum Publikumsliebling der Opern- und Konzertbesucher. Mit dem Opernregisseur Günter Krämer zeichnete er sich für die Neuinszenierung von „La clemenza di Tito“ beim Mannheimer Mozartsommer 2010 in Schwetzingen verantwortlich. Weiterhin übernahm er die musikalische Leitung der Repertoire-Produktionen „Cosi fan tutte“, „La Bohème“, „Madama Butterfly“, „Tosca“ und „Le nozze di Figaro“.

Auch im Konzertbereich setzte Dan Ettinger mit der Musikalischen Akademie des Nationaltheater-Orchesters Mannheim neue musikalische Akzente. Mit einem triumphalen Auftakt mit Mahlers 2. Sinfonie und weiteren attraktiven Konzerthighlights, wie Beethovens „Eroica“, Liszts Faust-Sinfonie, Mahlers 4. Sinfonie, Strawinskys „Le sacre du printemps“ und dem Symphonischen Ring, folgten der Generalmusikdirektor und sein Orchester der seit 1778 bestehenden großen Tradition der Musikalischen Akademie.

Zu den Schwerpunkten in Mannheim gehören die Neuinszenierung von „Der Ring des Nibelungen“ mit Regisseur Achim Freyer und Richard Strauss‘ „Elektra“ und „Salome“ in neuer musikalischer Einstudierung.

Auch heute noch prägt der international erfolgreiche israelische Dirigent die musikalische Landschaft seiner Heimat. Seit seiner Berufung zum Music Director und Principal Conductor im Jahr 2005 führte er das Israel Symphony Orchestra zu einem der führendsten Orchester Israels.

In den letzten Jahren debütierte Dan Ettinger mit großem Erfolg an den bedeutendsten Opernhäusern im In- und Ausland. Im Jahr 2009 wurde er für „Le nozze di Figaro“ an die Metropolitan Opera New York verpflichtet. Mit David McVicars „Rigoletto“ erfolgte im Herbst 2010 sein gefeiertes Debüt am Royal Opera House Covent Garden und im Jahr 2011 trat er erstmals an das Dirigentenpult der Opéra national de Paris bei Giorgio Strehlers legendärer „Le nozze di Figaro“ - Inszenierung.

Aufgrund seiner hohen Musikalität und seiner inspirierenden Dirigate folgten weitere Verpflichtungen an die Bayerische Staatsoper München mit „Carmen“ (2008/2009 und 2010/2011) und „La Traviata“ (2009/2010), sowie an die Wiener Staatsoper mit „L'Italina in Algeri“ (2009/2010) und „Aida“ (2010/2011). In der Saison 2011/2012 war Dan Ettinger ständiger Gastdirigent an der Bayerischen Staatsoper München und dirigiert dort „Carmen“, „L'Elisir d'Amore“, „Le nozze di Figaro“, „La Bohème“ und „Turandot“. Im Januar 2012 gab er in München sein Debüt als Konzertdirigent mit Mahlers 2. Sinfonie.

Von Dan Ettinger liegen folgende CD-Einspielungen und Konzertmitschnitte vor: „Coloraturas“ mit Diana Damrau und dem Münchner Rundfunkorchester, „Adrianne Pieczonka sings Puccini“ mit dem Münchner Rundfunkorchester (Orfeo), „Dan Ettinger meets Gil Shaham“ mit dem Israel Philharmonic. Des Weiteren spielt er regelmäßig CDs mit dem Tokyo Philharmonic Orchestra ein.

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