2015-2016 A6: Georgisches Kammerorchester 29.12.2015

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 Dienstag, 29. Dezember 2015, 20 Uhr

Stadthalle Bayreuth, Großes Haus

 

Georgisches Kammerorchester

 

Leitung: Ruben Gazarian

Solistin: Aurelia Shimkus, Klavier

 

Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonie Nr. 29 A-Dur KV 201

Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 12 A-Dur KV 414

Béla Bartók: Rumänische Tänze SZ 43

Josef Suk: Serenade für Streicher Es-Dur op. 6

 

 

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 Georgisches Kammerorchester: 

Georgisches Kammerorchester

Eine Zäsur, eine Gelegenheit, Inne zu halten, zu feiern, zurückzublicken: 50 Jahre ist
dieses ungewöhnliche georgische, bayerische, Ingolstädter Orchester nun. Seine
Geschichte ist so wechselhaft, dass sie in ein einziges Leben kaum hineinpasst.
Deswegen vielleicht hat dieses Orchester auch eigentlich zwei vollgültige Leben. Die
ersten 26 Jahre hatte es seinen Sitz in Tiflis, der Hauptstadt von Georgien, danach
siedelte es über nach Ingolstadt, wo es nun seit 24 Jahren eine zweite Heimat gefunden
hat. Aber das neue Leben in Bayern ist nichts anderes als eine Fortsetzung des alten
unter anderen Bedingungen. Denn Kontinuität ist Prinzip dieses sehr osteuropäischen
Orchesters, das immer, auch im Exil seinen Charakter bewahren konnte. Noch immer
spielen fast nur Musiker aus Georgien, der ehemaligen Sowjetunion, oder zumindest aus
Osteuropa in dem Ingolstädter Ensemble.
Gegründet wurde das GKO 1964 auf Betreiben des Komponistenverbandes mit hoch
begabten Absolventen des Konservatoriums und Mitgliedern der Georgischen
Philharmonie. Schnell wurde das Orchester einer der wichtigsten Kulturbotschafter des
Landes. Bald schon gastierte das GKO bei wichtigen Festivals im In- und Ausland. Ja, der
Klangkörper zählte nun zu den besten Kammerorchestern der Welt wie die „Frankfurter
Allgemeine Zeitung“ in den 80er Jahren konstatierte. Ein Höhepunkt in der Geschichte des
Orchesters war zweifellos die Zeit, als die berühmte Geigen-Virtuosin Liana Issakadze das
Orchester zwischen 1981 und 1996 leitete. Die große Geigerin führte bei einem Gastspiel
in Schleswig-Holstein 1990 das Orchester ins Exil – heraus aus der vom Bürgerkrieg
zerrütteten Heimat. Danach begann eine nicht immer leichte Phase in der Geschichte des
Orchesters.
Als 2000 mit Markus Poschner wieder ein Dirigent für das GKO gefunden wurde, begann
ein Aufwärtstrend für das Orchester. Eingerichtet wurde damals die Abonnement-Reihe in
Ingolstadt – ein Konzept, das sich so erfolgreich entwickelte, dass es zum Rückgrad aller
Konzerttätigkeiten für das Orchester wurde.
Auf Markus Poschner folgte bis 2011 Ariel Zuckermann. Anschließend wurde Lavard Skou
Larsen Chefdirigent des Orchesters. 2014 übernimmt der in Los Angeles geborene
Dirigent Benjamin Shwartz die künstlerische Leitung des Kammerorchesters. Shwartz war
Resident Conductor der San Francisco Symphony und dirigierte Orchester wie das BBC
Scottish Symphony Orchestra, das Royal Scottish National Orchestra oder das Trondheim
Symphony Orchestra.
Namhafte Gastdirigenten und eine Phalanx herausragender internationaler
Künstlerpersönlichkeiten wie David Oistrach, Barbara Hendricks, Svjatoslav Richter oder
Daniil Shafran sind genauso mit dem Orchester aufgetreten, wie in jüngerer
Vergangenheit Heinrich Schiff, Tabea Zimmermann, Juan Diego Florez, Gidon Kremer,
Edita Gruberova, Giora Feidman, Eliso Virsaladze, Lynn Harrell, Rudolf Buchbinder,
Christian Zacharias, Lisa Batiashvili, François Leleux, Natalia Gutman, Sharon Kam,
Diana Damrau, Zoltán Kocsis, Alfredo Perl, das Ensemble KOLSIMCHA, Gilles Apap,
Maxim Vengerov, Nikolai Tokarev und Khatia Buniatishvili. Sie sorgen regelmäßig für
weitere künstlerische Impulse.
Das Georgische Kammerorchester Ingolstadt versteht sich als Ensemble, das sich nicht
nur für ein denkbar breites Repertoire verantwortlich fühlt, sondern als kultureller
Botschafter der Stadt Ingolstadt auch Aktivitäten außerhalb der Abonnementreihen
entfaltet. Rund sechzig Konzerte im Jahr führen das Orchester auch regelmäßig zu
Musikfestivals, wie dem Oberstdorfer Musiksommer oder dem Internationalen Musikfest
Kreuth sowie zu Konzerten ins Ausland, darunter nach Spanien, Frankreich, Georgien und
in die Schweiz.
Bei den Sommerkonzerten, einer Veranstaltungsreihe der AUDI AG, ist das Ensemble seit
Jahren fester Bestandteil.
2010 wurde das Ensemble in die Liste der staatlich geförderten Kulturorchester des
Freistaat Bayern aufgenommen.

Biografie: Ruben Gazarian 

Ruben Gazarian c Andi Frank 01

Ruben Gazarian hat seit der Konzertsaison 2002/2003 die künstlerische Leitung des
Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn inne. In dieses Amt wurde er
sowohl vom Orchester als auch von der Findungskommission einstimmig gewählt.
Das Standardrepertoire des Orchesters hat er durch Ausweitung auf sinfonische
Besetzung und durch die Wahl zahlreicher Werke aus der Romantik, der frühen
Moderne und der Avantgarde bereichert. Zum Beginn des Jahres 2015 übernimmt
Gazarian zusätzlich zu seiner Heilbronner Chefposition die Künstlerische Leitung des
Georgischen Kammerorchester Ingolstadt.
Als Gastdirigent stand Ruben Gazarian u. a. am Pult des Radio-Sinfonieorchesters
Stuttgart des SWR, des WDR-Sinfonieorchesters Köln, des hr-Sinfonieorchesters
Frankfurt, der Hamburger Symphoniker, des Deutschen Symphonie-Orchesters
Berlin, des Frankfurter Museumsorchesters (Orchester der Oper Frankfurt), des
Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden, der Nordwestdeutschen Philharmonie
Herford, des Orchestre National de Lyon, des Jerusalem Symphony Orchestra, des
Orchesters Rishon LeZion (Orchester der Oper Tel Aviv), des Tonkünstler
Orchesters Niederösterreich, des Belgrader Philharmonischen Orchesters und des
Zürcher Kammerorchesters. Erfolgreiche Zusammenarbeit verbindet Ruben
Gazarian mit so namhaften Solisten wie Gautier und Renaud Capuçon, Julia Fischer,
Hilary Hahn, Maximilian Hornung, Sharon Kam, Katia & Marielle Labèque, Elisabeth
Leonskaja, Sabine Meyer, Daniel Müller-Schott, Viktoria Mullova, Sergei Nakariakov,
Gerhard Oppitz, Frank Peter Zimmermann, Beaux Arts Trio, Gewandhaus-Quartett
und vielen anderen.
Ruben Gazarian stammt aus Armenien. Im Alter von vier Jahren erhielt er den ersten
Violinunterricht von seinem Vater. Es folgte eine Ausbildung an der
Spezialmusikschule „P. I. Tschaikowsky“ und später am Konservatorium in Eriwan
beim Primarius des berühmten Borodin-Quartetts R. Aharonian. Noch während
des Studiums erhielt er einen Sondervertrag als Vorspieler und Solist des Staatlichen
Kammerorchesters Armenien und war zeitgleich Geiger im Staatlichen Klaviertrio des
Armenischen Rundfunks und Fernsehens.
Im Jahr 1992 setzte Ruben Gazarian sein Violinstudium an der Hochschule für Musik
und Theater Leipzig fort und schloss es 1995 mit dem Konzertexamen ab. Noch im
gleichen Jahr folgte ein Dirigierstudium – ebenfalls an der Leipziger Musikhochschule
–, welches er 1998 mit Höchstnote absolvierte. Nach mehrjähriger Tätigkeit (1993 –
1998) als Erster Konzertmeister des westsächsischen Symphonieorchesters (heute:
Leipziger Symphonieorchester), wurde Ruben Gazarian 1999 zu dessen
Chefdirigenten gewählt. Unmittelbar vor seinem Amtsantritt beim WKO Heilbronn im
September 2002 wurde Gazarian zum Preisträger des 1. Solti Dirigentenwettbewerbs
in Frankfurt am Main. Eine umfangreiche und stets weiter wachsende
Diskografie dokumentiert die Bandbreite des Künstlers und seinen sicheren Umgang
mit Werken verschiedenster Epochen und Stilrichtungen. Auch in der Saison 2014/15
sind mehrere CD-Produktionen geplant, deren Repertoire Musik aus der Zeitspanne
von der Wiener Klassik bis ins 21. Jahrhundert umfasst.

Biografie: Aurelia Shimkus

"Die Preisträgerin des Kissinger Klavierolymps Aurelia Shimkus, geboren 1997 in Riga (Lettland), wurde bereits im Alter von elf Jahren zu einer nationalen Sensation, als sie ihr Debütkonzert anlässlich der 90-jährigen Unabhängigkeitsfeierlichkeiten gab und an der Seite von bekannten lettischen Musikern wie Gidon Kremer, Elina Garanca und Andris Nelsons bei der Weltpremiere eines lettischen Volksmusik-Projekts mitwirkte.

Im Alter von vier Jahren begann sie mit dem Klavierspiel. Bei ihrem ersten öffentlichen Konzert war sie sieben Jahre alt. Mit gerade einmal neun Jahren gewann sie den ersten Preis beim lettischnationalen Wettbewerb für junge Pianisten. Diesen Erfolg konnte sie sechs Jahre später wiederholen und ging auch bei zahlreichen anderen nationalen Kammermusik-Wettbewerben als Siegerin hervor. Mit elf Jahren gab sie beim internationalen Kammermusikfestival in Kaunas (Litauen) ihr erstes Solokonzert und trat seitdem als Solistin zusammen mit dem Lettischen National Symphonieorchester, dem Kaunas Philharmonie-orchester und dem Staatlichen Akademischen Chor „Latvia“ auf. Beim internationalen Festival „Summertime” in Jurmala (Lettland) spielte sie im Zuge eines Marathonkonzerts an der Seite von Pianisten wie Dang Thai Shon, Stanislav Igolinsky und David Gazarov ein Soloprogramm mit Musik von Frédéric Chopin.

Im April 2013 gab Aurelia Shimkus ihr deutsches Debütkonzert in Herdecke. Zudem nahm sie am Meisterkurs des bekannten französischen Klavierpädagogen Professor Dominique Merlet teil. Derzeit führt sie ihr Studium an der Musikschule Emils Darzinš in Riga fort. Ihr Lehrer dort ist der angesehene Professor Sergey Osokin, bei dem einige der bekanntesten lettischen Pianisten Unterricht genommen haben."

Sie hat bereits beim Label Ars Production eine CD aufgenommen.

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