2015-2016 A1: Staatskapelle Weimar 08.10.2015

Drucken

 Donnerstag, 8. Oktober 2015, 20 Uhr

Stadthalle Bayreuth, Großes Haus

 

Staatskapelle Weimar

 

Dirigent: Theodore Kuchar

Solistin: Tianwa Yang, Violine 


 

Johannes Brahms: Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 77

Anton Bruckner:  Symphonie Nr. 9 d-Moll WAB 109

 

 

Kartenkauf

 

Biografie Staatskapelle Weimar

Die Staatskapelle und die Klassikerstadt Weimar sind eine historisch gewachsene Verbindung, die weit über Deutschland hinaus wirkt und national wie international eine zentrale kulturelle Bedeutung als Garant für Qualität im Dialog von Tradition und Moderne genießt.
Die Staatskapelle Weimar ist eines der traditionsreichsten Orchester der Welt. Begründet wurde sie 1491 vom Kurfürsten Friedrich III.; Herzogin Anna Amalia verankerte 1756 das Orchester als musikalische Trägerinstitution im „Klassischen Weimar“. Unter der Erbgroßherzogin Maria Pawlowna wirkten ab dem 19. Jahrhundert bedeutende Persönlichkeiten, unter ihnen der Mozart-Schüler Johann Nepomuk Hummel, an der Spitze des Orchesters. Die große Rolle der Hofkapelle in und für Weimar belegt auch das Engagement Franz Liszts als Hofkapellmeister (1848-1858), der in Weimar Uraufführungen zahlreicher zeitgenössischer Werke initiierte und 1849 Wagners Tannhäuser zur Aufführung brachte. Wagner betraute Liszt daraufhin mit der Uraufführung seines Lohengrin, der 1850 in Weimar erstmals über die Bühne ging. 
Mit Richard Strauss, 1889 bis 1894 als 2. Kapellmeister in Weimar, traf erneut ein bald darauf führender Dirigent und Komponist mit der Kapelle zusammen und verhalf ihr zu beachtlichem qualitativem Aufschwung und zu wachsendem Renommee. Strauss leitete in Weimar die Uraufführung seines Opernerstlings Guntram sowie die Uraufführung von Humperdincks Hänsel und Gretel. Darüber hinaus erblickten auch seine Orchesterwerke Don Juan, Macbeth und Tod und Verklärung durch die Weimarer Hofkapelle erstmals das Licht der Bühne. 1919 wurde das Orchester zur Weimarischen Staatskapelle ernannt. 
Durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde der positiven Entwicklung vorübergehend ein Ende gesetzt. Doch unter dem GMD und Chefdirigenten Hermann Abendroth entwickelte sich nach 1945 in kurzer Zeit eine neu formierte Staatskapelle, die schnell wieder beachtliche Größe und Qualität erlangte und zu einem der führenden deutschen Klangkörper heranwuchs. 
Nach 1990 auf nahezu 100 Musiker verstärkt, setzt die Staatskapelle Weimar weiterhin auf die Kombination einer bewussten Pflege ihrer großen Traditionen mit innovativen Aspekten und einem ständig erweiterten Repertoire. Ab 2003 führte die Institution eines „Composer in Residence“ mit Christian Jost, Aribert Reimann und Wolfgang Rihm drei herausragende Gegenwartskomponisten zu regelmäßiger Zusammenarbeit mit der Staatskapelle nach Weimar. 
Das vielfältige Konzertangebot der Staatskapelle in ihrer Heimatstadt Weimar besteht aus einer hochkarätigen Sinfoniekonzertreihe, aus Sonderkonzerten (u.a. in Kooperation mit dem von Nike Wagner geleiteten „Kunstfest Weimar“), aus Film-, und Kammerkonzerten, einem vielfältigen Konzertangebot für  Kinder und Jugendliche sowie sommerlichen Open air-Konzertnächten. Renommierte Solisten und Dirigenten arbeiten mit der Staatskapelle Weimar zusammen. 

Diverse CD-Einspielungen spiegeln eindrucksvoll das vielfältige Repertoire des Orchesters von Mozart über Liszt, Wagner, Strauss und Furtwängler bis in die Moderne. 

Auch international ist die Staatskapelle Weimar als erstklassiges Konzertorchester gefragt und gastierte zuletzt u.a. in Spanien, Italien, Österreich bei den Dresdner Musikfestspielen, in der Leipziger Thomaskirche, beim Prager Herbst und beim Beethovenfest in Bonn sowie in zahlreichen großen Konzertsälen Deutschlands. Zudem begleitete das Orchester 2009/10 den Geiger David Garrett auf einer 18tägigen Deutschland-Tournee und war im Mai 2010 erneut auf einer zehntägigen Tournee in Spanien unterwegs. Als weltweit einziges Liszt-Orchester gewann die Staatskapelle Weimar 2011 im Rahmen zahlreicher Festkonzerte zum 200. Liszt-Geburtstag ebenfalls weit über Thüringen hinaus gesteigerte Aufmerksamkeit. In der Spielzeit 2011/12 gab die Staatskapelle Weimar drei hochkarätige Konzerte im Großen Festspielhaus Salzburg und gastierte zudem u.a. in Villach, bei den Burghofspielen Eltville, den Kasseler Musiktagen, in der Kölner Philharmonie und in der Tonhalle Düsseldorf. In der Spielzeit 2012/13 stehen Gastkonzerte u.a. in London, Basel, Bayreuth und Wiesbaden, eine Tournee mit der Pianistin Olga Scheps sowie erneut eine Konzertreise nach Spanien auf dem Programm.

Neben seiner umfangreichen Konzerttätigkeit garantiert das derzeit aus 96 Musikern bestehende Orchester auch auf höchstem Niveau die Fortführung der großen spätromantischen Operntradition am Deutschen Nationaltheater Weimar / Staatstheater Thüringen. Die Staatskapelle Weimar trägt wesentlich dazu bei, dass zahlreiche Opernproduktionen, darunter diverse Uraufführungen und vor allem der ring in weimardeutschlandweit Aufsehen und Interesse erregen. 

Seit Beginn der Spielzeit 2009/10 steht der international renommierte schwedische Dirigent Stefan Solyom als Generalmusikdirektor und Chefdirigent des Deutschen Nationaltheaters und der Staatskapelle Weimar an der Spitze des einzigen A-Orchesters des Landes Thüringen.

 

Dirigent: Theodore Kuchar

 tedkuchar

Biografie

Theodore Kuchar, 1963 in New York geboren, lernte als Kind zunächst Violine und wechselte später zur Viola. Ein Bratschenstudium absolvierte er 1982 als Student von Robert Vernon am Cleveland Institute of Music. 1981 und 1982 erhielt er ein Paul Fromm Fellowship des Boston Symphony Orchestra. Seine Dirigentenkarriere begann er als Assistent von Lorin Maazel beim Cleveland Orchestra. Inzwischen ist er längst mit vielen Preisen ausgezeichnet worden. Unter den Kapellmeistern seiner Generation hat er die meisten Tonaufnahmen vorzuweisen. Er erscheint auf über 100 CDs der Labels Naxos, Brilliant Classics, Ondine und Marco Polo. In den letzten 20 Jahren wirkte er als künstlerischer Direktor und Chefdirigent zweier führender europäischer Orchester, der Janáček-Philharmonie (dem früheren Tschechischen Rundfunkorchester) und des Staatlichen Symphonieorchesters der Ukraine. In der Saison 2011/12 folgte er dem Ruf als künstlerischer Leiter und Chefdirigent der Orquesta Sinfonica de Venezuela. Als begeisterter Kammermusiker leitete er von 1990 bis 2006 das Australian Festival of Chamber Music und seit 2005 das Nevada Chamber Music Festival.

Höhepunkte der letzten Spielzeiten umfassten eine vierwöchige Tournee mit dem Tschechischen Symphonieorchester durch die USA mit 20 Konzerten sowie Engagements als Gastdirigent des BBC Symphony Orchestra, des BBC National Symphony Orchestra of Wales, der Berliner Symphoniker, des English Chamber Orchestra, des Cape Town Philharmonic Orchestra, des Israel Symphony Orchestra, der Prager Symphoniker, der Münchner Philharmoniker, des Staatlichen  Symphonieorchesters Venezuela und anderen. Während der letzten Spielzeiten war er als Gastdirigent in bedeutenden Musikzentren wie Amsterdam, Berlin, Chicago, Helsinki, Hongkong, London, Madrid, Prag, Seoul und Sydney zu hören. Er arbeitete mit bedeutenden Solisten wie James Galway, Shlomo Mintz, Jessye Norman, Lynn Harrell, Itzhak Perlman, Yo-Yo Ma, Sarah Chang, Mstislaw Rostropowitsch, Joshua Bell und Frederica von Stade zusammen. Unter den zahlreichen Auszeichnungen befinden sich die BBC Record of the Year, die Australian Broadcasting Corporation Record of the Year, die Chamber Music America Record of the Year, die Gramophon Magazine’s Editor’s Choice, die WQXR Record of the Year und eine Nominierung für eine Latin Grammy Award in der Kategorie Best Instrumental Album of 2013. In der Saison 2014/15 nahm er am Pult des Staatlichen Symphonieorchesters der Ukraine sieben CDs mit sämtlichen Symphonien der ukrainischen Komponisten Boris Lyatoshynsky und Yevhen Stankovych, mit dem Staatlichen Symphonieorchester Istanbul Orchesterwerke des türkischen Komponisten Ulvi Camal Erkin sowie Werke der Amerikaner Paul Chihara und Walter Saul auf. Mit der Janáček-Philharmonie spielte er sämtliche Symphonien von Carl Nielsen, alle Ouvertüren und Tondichtungen von Dvořák und alle Orchesterwerke von Smetana für Brilliant Classics ein. Für dasselbe Label veranlasste er für eine Erstaufnahme die Komplettierung des unvollendeten 5. Klavierkonzerts von Rachmaninow unter Benutzung von ersten Entwürfen für dessen 2. Symphonie und anderen Quellen. Theodore Kuchar interessiert sich neben dem gängigen klassisch-romantischen Repertoire besonders für zeitgenössische Komponisten und leitete Werke von Lukas Foss, Giya Kancheli, Joseph Schwantner, Alfred Schnittke, Osvaldo Golijov und Rodion Shchedrin bei ihrer Uraufführung. Besonders gern arbeitet Theodore Kuchar mit Jugendorchestern und als Lehrer für angehende Dirigenten in den USA, in Bolivien, Tschechien, Finnland, Australien, Frankreich und der Ukraine. Von 1996 bis 2003 bekleidete er eine Professur für Orchesterstudien an der Universität von Colorado in Boulder.

 
 Solistin Tianwa Yang, Violine

Tianwa Yang steht an Wand credit Friedrun Reinhold

„Heute gibt es kein Vertun mehr: Tianwa Yang ist die stärkste junge Geigerin, weit und breit“, kommentierte Eleonore Büning in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (6. Juli 2014). Und der renommierte Streicherkritiker Norbert Hornig schwärmt in „Fono Forum“ (Februar 2014): „Tianwa Yang gehört zur kleinen Gruppe der geigerischen Weltelite.“ 2014 wurde sie mit einem ECHO Klassik als „Nachwuchskünstlerin des Jahres“ sowie mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Im Oktober 2015 erhält sie erneut einen ECHO Klassik, diesmal als „Instrumentalistin des Jahres“.
Die in Deutschland lebende Geigerin debütierte bereits bei international renommierten Orchestern, darunter zuletzt das Orchester der Bayerischen Staatsoper, die Deutsche Radio Philharmonie und das MDR Sinfonieorchester Leipzig; darüber hinaus das BBC Philharmonic und Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, das Orchestre National d‘Île de France, das Orchestre Philharmonique de Strasbourg, das Malmö Symphony Orchestra, das St. Petersburg Symphony Orchestra und die Warschauer Philharmonie. In den USA spielte sie u.a. mit den Symphonieorchestern von Detroit, Seattle und Baltimore, in Asien gastierte sie beim China Philharmonic Orchestra, beim Hong Kong Philharmonic Orchestra, beim Malaysian Philharmonic und beim Korean Broadcast Symphony Orchestra in Seoul sowie in Neuseeland beim New Zealand Symphony Orchestra. Dabei arbeitete sie mit bedeutenden Dirigenten wie Günther Herbig, Yoel Levi, Gerard Schwarz, Vassily Sinaisky und Marc Albrecht zusammen.
Im Rahmen ihrer Engagements trat Tianwa Yang in renommierten Konzertsälen auf, darunter die Berliner Philharmonie, das Gewandhaus in Leipzig, die Wigmore Hall in London, die Salle Pleyel in Paris und das Lincoln Center in New York. Darüber hinaus musizierte sie kürzlich bei den Schwetzinger SWR Festspielen, dem Montpellier Festival und dem Ravinia Festival in Chicago.
Zu den wichtigsten Debüts der vergangenen Saison zählten Einladungen zum Royal Philharmonic Orchestra in London, zum Helsinki Philharmonic Orchestra und zur Slovakischen Philharmonie. In Deutschland musizierte sie zudem u.a. mit der Staatsphilharmonie Rheinland Pfalz. Recitals gab sie u.a. in Köln (Deutschlandfunk) und Frankfurt. In der kommenden Saison debütiert sie u.a. beim London Philharmonic Orchestra und beim Gürzenich-Orchester Köln.
Tianwa Yang verbindet eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem Label Naxos. Dort erschienen bereits mehrere preisgekrönte Aufnahmen, darunter eine spektakuläre CD mit den sechs Solosonaten von Eugène Ysaÿe, die Gesamteinspielung der Violinwerke von Pablo Sarasate („Diapason d’Or“), das Gesamtwerk für Violine und Klavier von Wolfgang Rihm („Diapason d’Or“) und eine CD mit beiden Violinkonzerten Mendelssohn Bartholdys („Choc de Classica“). Neueste Veröffentlichung ist die Ersteinspielung des ersten Violinkonzertes von Castelnuovo-Tedesco mit dem SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden/Freiburg.
Tianwa Yang erhielt im Alter von vier Jahren ihren ersten Geigenunterricht. Bereits in ihrer frühen Kindheit stellte sie als erste Preisträgerin von sechs Wettbewerben ihr Talent unter Beweis. Als Zehnjährige wurde sie von Lin Yaoji ins Musikkonservatorium ihrer Heimatstadt Peking aufgenommen. Wenig später bezeichneten Medien in Hongkong die junge Künstlerin als „Stolz Chinas“. Mit 13 Jahren spielte Tianwa Yang als bisher jüngste Interpretin die 24 Capricen von Niccolò Paganini auf CD ein. 2003 kam sie mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) zum Kammermusikstudium nach Deutschland und legte damit den Grundstein für ihre Karriere in Europa. Tianwa Yang dankt Lin Yaoji, Jörg-Wolfgang Jahn und Anner Bylsma, die ihre künstlerische Entwicklung begleitet und wesentlich geprägt haben.
Tianwa Yang spielt eine „Guarneri del Gesu“-Geige (1730), eine freundliche Leihgabe der "Rin Collection" in Singapur.

September 2015

© 2012 Kulturfreunde Bayreuth
Joomla 1.7 templates free by Joomla Template Maker