Die Geschichte der Kulturfreunde

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Vor mehr als einem halben Jahrhundert, am 22. März 1950, wurde der gemeinnützige Verein "Gesellschaft der Kulturfreunde" gegründet, um Kultur und Musik in Bayreuth zu fördern. Seitdem geben die Kulturfreunde der Stadt kulturelles Profil, das kontinuierlich geschärft, und durch innovative Kräfte und Ideen ständig neu belebt wird. Vielseitigkeit und höchste Qualität hatten und haben bei der Auswahl der Künstler und Ensembles oberste Priorität. Seit 63 Jahren sehen die Kulturfreunde ihre Aufgabe darin, ein florierendes Konzert- und Musikleben in Bayreuth zu garantieren und mit einem facettenreichen Programm, bestehend aus Sinfoniekonzerten, Kammermusik, Duo- und Solo-Abenden sowie Kinderkonzerten  ein breitgefächertes Publikum  zu begeistern. 

Heute fungieren wir Kulturfreunde zwar hauptsächlich als Konzertveranstalter, in früheren Zeiten waren es auch Operngastspiele, Dichterlesungen, wissenschaftliche Vorträge, Kunstausstellungen oder Rezitationsabende, die das Programm der Kulturfreunde Bayreuth mitbestimmten. 

Nachdem die Kulturfreunde während der ersten Jahre in kleineren Spielstätten (Evangelisches Gemeindehaus, Balkonsaal der Stadthalle) zu Hause waren, gibt seit 1965 das "Große Haus" der Stadthalle den Konzertveranstaltungen einen würdigen Rahmen.

Natürlich gehören zu einem funktionierenden Kulturleben Idealisten, die sich mit Leidenschaft und Engagement ehrenamtlich dieser Aufgabe widmen. Der erste Vorsitzende und Gründer der Kulturfreunde Bayreuth, Werner Frick, war ein solcher Idealist.

Seinen Vorstellungen folgten die Vorsitzenden Dr. Helmut Loew (von 1977 bis 1994), Wilfried Laudel (von 1994 bis 2010), Horst-Werner Nitt (von 2010 bis 2014) und wiederum Wilfried Laudel, der am 6. Mai 2014 erneut in das Amt des Vorsitzenden der Kulturfreunde gewählt wurde. 

Am 2. Oktober 2015 hat die Stadt Bayreuth den Kulturpreis 2015 zu gleichen Teilen an die Gesellschaft der Kulturfreunde Bayreuth und ihren Vorsitzenden Wilfried Laudel verliehen.

  

Ehrenmitglieder der Kulturfreunde Bayreuth e.V.:

Dr. Helmut Loew , Gerhard Vollert 

  

Träger der „Goldenen Ehrennadel“

Dr. Helmut Loew , Gerhard Vollert  (langjähriger Schatzmeister)

Reinhard Maier (über 30-jährige Tätigkeit als Programmredakteur)

Ilse Loew, für ihren außergewöhnlichen Einsatz in der Organisation

Wilfried Laudel, für unermüdlichen Einsatz als Vorsitzender

Bild Laudel

Wilfried Laudel

Vorsitzender

Bild Baums

Robert Baums

1. Stellvertreter

Bild Schupfner

Johann Schupfner

2. Stellvertreter

Bild Fischer

Dr. Birgit Fischer

3. Stellvertreterin

Bild Dierkes

Klaus Dierkes

Schatzmeister

Bild Graupner

Karin Graupner

1. Schriftführerin

Sesterhenn

Penelope Sesterhenn

2. Schriftführerin

 

Die Gründung der "Gesellschaft der Kulturfreunde"

Am 22. März 1950 wurde die "Gesellschaft der Kulturfreunde" gegründet und ins Vereinsregister eingetragen. Um für die neu gegründete Gesellschaft eine Breitenwirkung und Attraktivität für Mitgliedschaften zu erzielen, wurde ein Kuratorium gebildet. Es bestand aus namhaften Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens mit Repräsentanten aus Kirche, Staat, Politik, Kultur und Wirtschaft. 

Leitziele der Veranstaltungen unter anderem Vielseitigkeit und Qualität. Die stolze Rückschau für das erste Veranstaltungsjahr von April 1950 bis August 1951 nennt 24 Veranstaltungen, in denen sich die Vielseitigkeit widerspiegelt:

  • 6 Gastspiele der Nürnberger Oper
  • 5 Konzerte
  • 3 Dichterlesungen
  • 1 Rezitationsabend
  • 7 wissenschaftliche Vorträge
  • 2 Kunstausstellungen

Auf sehr großes Interesse stießen die Vorträge, Dichterlesungen, Rezitationsabende, so dass bereits nach einem Veranstaltungsjahr feststand, diesen Bereich weiter auszubauen. In diesen Anfangsjahren lasen u. a. Bergengruen, Hausmann, Jens und Britting aus ihren Werken. Unter den Referenten aus Wissenschaft und Forschung findet man Namen wie Filchner, Sieburg, Thielicke, Gerlach, Löwith, Oberth und Harrer, um nur einige zu nennen.

Diese klangvollen Namen belegen das seit Bestehen der "Gesellschaft der Kulturfreunde" geltende Ziel: Oberste Qualität bei der Auswahl der Künstler und Ensembles.

Ein großer Nachholbedarf für Kunst und Kultur zeigte sich einerseits im breiten Veranstaltungsangebot von Konzerten, Opernaufführungen und Vorträgen, andererseits in der sehr erfreulichen Akzeptanz durch das Publikum. Das starke Bedürfnis, kulturelle Defizite auszugleichen und erfahren zu können, wie sich das allgemeine Kulturleben in der Stadt normalisierte, ließ über manch weniger günstige äußere Bedingung hinwegsehen.

So fanden Konzerte zunächst im Saal des Evangelischen Gemeindehauses statt. In engen Stuhlreihen saßen die Zuhörer. Die 50 bis 55 Musiker des Orchesters drängten sich auf der viel zu kleinen Bühne. Auch die mit der ersten Opernaufführung der Kulturfreunde in Betrieb genommene "Stadthalle" bestand in einem Provisorium: In der Ruine war eine Kinobaracke eingebaut worden.

Erst 1959 gab es günstigere Lösungen der Raumfrage, als zunächst der "Balkonsaal" und schließlich 1965 das "Große Haus" der Stadthalle den Konzertveranstaltungen und sonstigen Aufführungen einen würdigen Rahmen gaben.

Im Jahre 1977 übergab Werner Frick aus gesundheitlichen Gründen die Geschäftsleitung der Gesellschaft an Herrn Dr. Helmut Loew. In den ersten vier Jahren unter seiner Führung stieg die Mitgliederzahl rasant von 331 auf über 770.

Die erfolgreiche ehrenamtliche Tätigkeit des Vorsitzenden Dr. Helmut Loew fand regelmäßig öffentliche Anerkennung durch die Presse, die ihm bereits nach zweijähriger Tätigkeit bestätigt hatte, "dass er als hauptverantwortlicher Programmplaner eine Linie gefunden hat, die den nötigen breiten Anklang findet. Sie setzt auf Qualität, Vielfalt und Internationalität." (Nordbayerischer Kurier v. 31. 3. 1982).

Bei der Mitgliederversammlung im Juni 1994 gab er aus gesundheitlichen Gründen sein Ehrenamt als 1. Vorsitzender ab und legte es in die Hände von Dipl.-Ing. Wilfried Laudel. Die Gesellschaft der Kulturfreunde hat Dr. Helmut Loew für seine großen Verdienste als langjähriger 1. Vorsitzender der Gesellschaft zum Ehrenmitglied ernannt und ihm die goldene Ehrennadel verliehen. Er verstarb am 11. Januar 2007 nach langer Krankheit.

Am 2. Mai 1996 erhielt Gerhard Vollert die neu geschaffene „goldene Ehrennadel“ des Vereins für seine 28-jährige Tätigkeit als Schatzmeister und wurde gleichzeitig ebenfalls zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt. Er verstarb am 27. Juni 2005, war aber bis kurz vor seinem Tode als Berater für den Verein immer noch aktiv.

Reinhard Maier wurde die „Goldene Ehrennadel“ am 27. April 2005 für seine 30-jährige Tätigkeit als Programmredakteur verliehen. Er ist immer noch im Vorstand als erster Stellvertreter tätig und ist Hauptverantwortlicher für die Programmredaktion.

Am 6. Mai 2014 erhielt Wilfried Laudel die "Goldene Ehrennadel" für seine unermüdliche Arbeit als Vorsitzender des Vereins. Nachdem Horst-Werner Nitt (Vorsitzender von 2010 bis 2014) bei den Neuwahlen auf eine erneute Kandidatur verzichtete, wurde Wilfried Laudel erneut für das Amt des Vorsitzenden gewählt. 

Am 30. März 2015 hat die Stadt Bayreuth den Kulturpreis 2015 zu gleichen Teilen an die Gesellschaft der Kulturfreunde Bayreuth und ihren Vorsitzenden Wilfried Laudel verliehen.